Seit etwas über einem Jahr betreibe ich nun den Sport Triathlon. Zum ersten Mal hat mich diese Sportart fasziniert, als ich eine Dokumentation von SPORT1 über die Challenge Roth 2014 gesehen habe.

Weniger die Profis, noch die Age-Grouper, die es bei Sonnenlicht ins Ziel geschafft haben, sondern eine Frau, die an diesem Tag bei km 17 im Marathon aufgeben musste, haben bei mir Gänsehaut am Körper und Pipi in den Augen hervorgerufen. Diese Frau ist Sister Madonna Buder, eine Nonne aus St. Louis und eine Triathlon Legende, weil sie trotz ihres stolzen Alters von damals 83 Jahren, Jahr für Jahr an Triathlon-Wettkämpfen teilnimmt, beendet und Rekorde für zahlreiche gehobene Altersklassen hält. Für mich ist sie der Inbegriff dessen, was diese Sportart für nicht-Profis ausmacht. Wegen ihres Legendenstatus und trotz der Aufgabe während des Marathons haben die Organisatoren damals entschieden der IronNun die letzten Meter im Zielkanal zu ermöglichen. Zu später Stunde an einem Sonntag Abend standen dort tausende tobender Zuschauer auf dem Marktplatz in Roth, die sie über die Ziellinie brüllen. Sister Madonna, von den Strapazen des Tages und ihres Lebens gezeichnet, schleppt sich über den roten Teppich bis ins Ziel in dem zahlreiche Helfer Spalier stehen.
Link zum Video: https://youtu.be/Lt84qw9ZREg
Ab diesem Moment, und ich war zu dieser Zeit über 100kg schwer, weder muskulös noch fit und nach Jahren des Übergewichts auf den ersten Laufkilometern unterwegs, hat mich die Vorstellung eine Langdistanz zu finishen nicht mehr losgelassen. Aber warum ausgerechnet eine Langdistanz? Reicht etwas Humaneres als 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen? Ein Volkslauf über 10 km oder wenn’s sein muss ein Marathon? Neben der schier unmöglichen Aufgabe diese Distanzen am Stück bewältigen, hat mich diese Stimmung und Flair von diesem und jedem Zieleinlauf eines Langdistanztriathlon, den ich seit dem gesehen habe, mitgerissen. Als ich einige Monate später eine ähnliche Dokumentation über die Ironman WM in Hawaii gesehen habe, waren es die Worte des Sprechers für jeden, der die Ziellinie überschritt, „You are an Ironman“, die mir endgültig verdeutlichten, dass Ironman ein Titel auf Lebenszeit ist. Genauso dauerhaft und beständig wie Olympiasieger, Erstbesteiger eines Berges im Himalaya oder Doktor, sofern man bei der Dissertation nicht zu sehr an den Fußnoten gespart hat.
Als im September 2016 die Ausschreibung für den ersten Ironman in meiner Heimat- und Geburtsstadt Hamburg veröffentlicht wurde, wusste ich, dass die kommenden Monate bis zum 13. August 2017 mein Weg zur ersten Langdistanz werden muss. Dieser Blog soll jeden Leser herzlich einladen die noch verbliebenden Monate dieser Reise mitzuerleben, in der Hoffnung einen Einblick in meinen Alltag, Leben, sowie Gedanken und Ideen zu geben, die mich zu diesem Ziel treiben.
P.S. für alle nicht Triathleten: 140,6 ist die Gesamtstrecke eines Ironman in Meilen. Ich habe den Blognamen one4T.six gewählt, um dem Ganzen etwas triathlonspezifisches zu geben und mich an mein Ziel möglichst oft zu erinnern.
