Ein guter Plan ist Fluch und Seegen zugleich. Fluch, weil er mir den Alltag außerhalb der Arbeitszeit bis ins kleinste Details vorschreibt und man nach dem man ihn befolgt hat, von einzelnen Einheiten so angeschlagen ist, dass man selbst in der verbleibenden Freizeit sich lieber in sein Bett wünscht, als auf Partys oder in eine Bar.
Seegen ist er, weil er das Training für eine Herausforderung wie meine so unglaublich einfach macht. Alles, was ich tun muss, ist mir für jede Woche vorgeschrieben.

In Spitzenzeiten ist der Trainingsplan tatsächlich heilig. Es wird jede Meterangabe beim Schwimmen befolgt, jedes Intervall genau im vorgeschrieben Pulsbereich gelaufen und keine Stabieinheit ausgelassen.
Dann gibt es Zeiten in denen der Plan eingehalten wird, wie bei einem Diktat in der Schule. Man muss schlicht das umsetzen was einem vorgegeben wird, ohne das einem der Inhalt gefallen muss.
Zu guter letzt gibt gibt es auch die dunklen und schweren Zeiten in denen der Plan unmöglich erscheint, einem der Körper zu einer Pause zwingt oder der Geist nach etwas Anderem lechzt. Das fiese dabei ist, dass eine dunkle Woche kann den gesamten Trainingserfolg mehrerer Spitzenwochen zunichtemacht, wie Reiner Calmund ein Wiener Schnitzel.
Gerade in den Zeiten in den man sich strikt an die vorgegeben Zeiten, Pulsbereiche und Kilometerangaben hält, entfaltet ein guter Plan seine ganze Magie und lässt einen Woche für Woche über den Fortschritt des eigenen Leistungszustandes staunen. So schafft er in mir den Glauben es tatsächlich schaffen zu können nach mehr als einer Stunde Schwimmen und einer sechststündigen Radfahrt einen Marathon zu laufen. Für mich bildet genau dieses Gefühl die Grundlage ihm noch akribischer zu folgen.

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