Eigentlich geht es, sobald man die Ambition für eine Langdistanz hat, nur noch um die folgenden Fragen: Wie gestallte ich Einheiten, um das Maximum in jeder Disziplin heraus zu holen? Wie packe ich möglichst viel Training in jede Woche, ohne es mit dem eigenen Körper zu übertreiben? Wie reihe ich diese Wochen aneinander, um am Tag X am Leistungshöhepunkt zu sein? Die Antwort, oder zumindest der Versuch einer, nennt sich Trainingsplan und diktiert einem Möchtegern-Ironman wie mir die Freizeit für Monate vor dem Rennen.

(Photo by Memegenerator)

Die Herausforderung Ironman war für mich immer eine Persönliche. Ich habe kein Zeitziel, möchte keine bestimmte Platzierung in meiner Altersklasse erreichen und Schwimme, Fahre und Laufe nur gegen mich selbst. Für mich habe ich daher früh die Entscheidung getroffen bei dieser Aufgabe auch selbst für mein Training verantwortlich zu sein.
Ein Trainingsplan ist eine Wissenschaft für sich. Ich bin mir sicher, dass gezielter vorbereitet wäre, wenn ein Trainer meine Einheiten plant, wenn ein Experte sagt, was man einem Körper wie meinem zutrauen kann und jemand mit Erfahrung weiß, wann eine Entlastungs- auf eine Belastungswoche zu folgen hat, um den Trainingseffekt voll auszuschöpfen.
Natürlich fange ich auch nicht ganz bei null und mit trial and error an, sondern orientiere mich an vorhandenen Langdistanztrainingsplänen. Ich lese Bücher über Trainingslehre, schaue Videos über Schwimmtechnik oder höre Podcasts über neue Erkenntnisse im Intervalltraining. Für mich birgt das Gedankenmachen über das Training einen ähnlichen Reiz, wie das Training selbst. Um ganz ohne Experimente auszukommen, bin ich doch zu Neugierig, sodass ich immer mal wieder neue Dinge im Trainingsalltag ausprobiere. Ob mich dieser Ansatz auch über die Ziellinie am Hamburger Rathausmarkt bringt, weiß ich noch nicht, aber er hat mich immerhin bis hierhin gebracht.

Ausschnitt aus meinem Trainingsplan der letzten Woche

Eines der schönsten Dinge an Sport ist, dass es kein absolut Richtig oder völlig Falsch gibt. Catenaccio kann genauso zum Gewinn der Champions League führen wie Tiki-Taka, man kann Baseballspiele mit einem Gefühl für den richtigen Schlag im richtigen Moment oder purer Statistik entscheiden und man kann auch mit verschiedensten Trainingsansätzen im Triathlon erfolgreich sein. Perfektion gibt es daher im Sport nicht, und wenn nur auf sehr wenige Aspekt bezogen oder über einen sehr begrenzten Zeitraum. Perfekte Trainingspläne gibt es in unserer Welt wohl ebenso wenig zu finden, wie die armen phantastischen Tierwesen, die als Vorlage für den Titel dieses Textes herhalten mussten.