Links des Rheins, da liegt ein Land in dem … – ja was eigentlich? Außerhalb der angrenzenden Nachbarn ist die Pfalz eigentlich nur für zwei Dinge bekannt: Helmut Kohl und Pfälzer Wein. Neben einer traumhaften Landschaft, die von den Gewässern des Altrheins, über zahllose Felder und Hügel bis in den Pfälzerwald reicht, besticht die Pfalz vor allem im Sommer mit einem mediterranem Klima. Ist man an warmen Sommerwochenende an der Weinstraße, ersetzt das jeden Urlaub, südlich der Alpen.

Weingut an der Pfälzer Weinstraße
 Abgesehen von etwas Industrie in Ludwigshafen, Wörth und Kaiserslautern lebt diese Region vor allem von der Landwirtschaft. Es ist daher kein Zufall, dass man dem Pfälzern nachsagt einen bauernhaften Umgang zu haben. Oft stellen sich solche Klischees als Übertreibungen oder gar völlig falsch heraus, sobald man Einheimische der Region einmal kennenlernt. Nach sechs Jahren des zugezogenen pfälzer Daseins, kann ich sagen: Ein bisschen Wahrheit ist an diesem Klischee dran.

Die von Nicht-Pfälzern als bauernhaft bezeichnete Art, liebe vor allem deshalb so, weil sie mit einer unglaublichen Herzlichkeit, Offenheit und Ehrlichkeit einher geht. Hier ist kein Platz für oberflächliches Getue oder Selbstverliebtheiten und wenn sich ein Pfälzer auf den Schlips getreten fühlt, wird er nicht zögern es dir zu sagen. Die Pfälzer sind außerdem wahre Könige im genießen des Lebens, haben ein Weinglas, das woanders als Eimer durchgeht, haben unzählige großartiger Weinfeste und auch keine Skrupel Saumagen oder extra grobe Leberwurst zum Frühstück zu essen. (Und ja, Michael, ich meine hier dich)

Mir gefällt diese Ehrlichkeit im Umgang, die immer mit etwas Skepsis gegenüber neuen Dingen von der Welt hinterm Rhein, einhergeht. Ich mag diese Lebensfreude, die sich nur selten mit etwas Wehklagen über den Tabellenplatz des FCK abwechselt. Und ich liebe dieses Volk, weil es selbst einem Muschelschubser wie mir ein Gefühl von Heimat gibt.